Broch, Gedichte

This poem is not easy to grasp, I think but appears to raise an important question for our times.

Postkultur

so, das Buch ist da, und mit diesem Text beginnt es: (S. 147. ein Gedicht ohne Titel und Jahr, genau die Mitte also.)

Das Überlieferte ist ans Ende gelangt,

es hat aufgehört, des Menschen Spiegel zu sein,

und der Blick, welcher in die blinden Scherben schaut,

erblindet.

Wer in diesen Zeiten sich vom Überlieferten

nicht losreißen kann,

der ist verloren;

wer sich seines Anfangsnicht besinnen kann,

der geht unter.

Spiegellos nackt ist die Welt,

spiegellos du selber.

Aber der Segen der Nacktheit ist inmitten des Grauens

dir geschenkt worden;

einem hilflosen Kinde gleich darfst du täglich

aufs neu

in die spiegellos gewordene Welt schauen,

in ihre aufgebrochene Nacktheit,

und täglich aufs neu verkündet sie dir

deine Wahrheit,

die Wahrheit deines einsamen Sterbens.

das Gedicht als Gegenentwurf per se. Als Gegenentwurf zu Dichtung, Philosophie, Aufklärung und Wissenschaft, und damit das Gedicht als Essenz all dessen. Hier kann man einsetzen.

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