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Und wer sind diese mit dem Priester hier Und jener Färse? (Ode to a Grecian Urn – Keats)

I have just received from Reclam “Englische Lyrik-50 Gedichte” English/Deutsch to add to the pile of interesting books I have collected recently. Briefly perusing them yesterday, brought to my attention several poems I had forgotten but interested me greatly. These included Sonnet 116 and also Charles Causley’s,”I Am the Great Sun”. The latter moving me to tears.

 

(Lassmich nicht fuer den Bund treuer Seeen

Hindernisse zu lassen:Die Liebe ist nicht Liebe,

die sich ändert, wenn sie Änderung vorfindet) Shakespeare Sonett 116
Charles Causley
Charles Causley
Ich bin dein Rat, aber du hörst mich nicht,

   ich bin der Liebhaber, den du verraten willst.
Ich bin der Sieger, aber du jubelst mir nicht zu,
   ich bin die heilige Taube, die du erschlagen willst.
(Von «Ich bin die große Sonne» Von einem Kruzifix in der Normandie aus dem Jahre 1632 Charles Causley-Heimatstadt, Launceston Cornwall)
However, since my previous posting on Gottfried Benn’s Cretan Vase, I have been thinking about Keat’s Ode to a Grecian Urn in something of a comparison.It contains many moving lines like:-
Heard melodies are sweet
but those that are unheard
Are sweeter;therefore ye sweet pipes play on
Not to the sensual ear, but more endeared,
Pipe to the spirit dities of no tone:
John Keats
John Keats
ODE TO A GRECIAN URN (ENGLISH)
Thou still unravish’d bride of quietness,
Thou foster-child of Silence and slow Time,
Sylvan historian, who canst thus express
A flowery tale more sweetly than our rhyme:
What leaf-fringed legend haunts about thy shape
Of deities or mortals, or of both,
In Tempe or the dales of Arcady?
What men or gods are these? What maidens loth?
What mad pursuit? What struggle to escape?
What pipes and timbrels? What wild ecstasy?

Heard melodies are sweet, but those unheard
Are sweeter; therefore, ye soft pipes, play on;
Not to the sensual ear, but, more endear’d,
Pipe to the spirit ditties of no tone:
Fair youth, beneath the trees, thou canst not leave
Thy song, nor ever can those trees be bare;
Bold Lover, never, never canst thou kiss,
Though winning near the goal – yet, do not grieve;
She cannot fade, though thou hast not thy bliss,
For ever wilt thou love, and she be fair!

Ah, happy, happy boughs! that cannot shed
Your leaves, nor ever bid the Spring adieu;
And, happy melodist, unwearièd,
For ever piping songs for ever new;
More happy love! more happy, happy love!
For ever warm and still to be enjoy’d,
For ever panting and for ever young;
All breathing human passion far above,
That leaves a heart high sorrowful and cloy’d,
A burning forehead, and a parching tongue.
Who are these coming to the sacrifice?
To what green altar, O mysterious priest,
Lead’st thou that heifer lowing at the skies,
And all her silken flanks with garlands drest?
What little town by river or sea-shore,
Or mountain-built with peaceful citadel,
Is emptied of its folk, this pious morn?
And, little town, thy streets for evermore
Will silent be; and not a soul to tell
Why thou art desolate, can e’er return.

O Attic shape! Fair attitude! with brede
Of marble men and maidens overwrought,
With forest branches and the trodden weed;
Thou, silent form! dost tease us out of thought
As doth eternity: Cold Pastoral!
When old age shall this generation waste,
Thou shalt remain, in midst of other woe
Than ours, a friend to man, to whom thou say’st,
„Beauty is truth, truth beauty, – that is all
Ye know on earth, and all ye need to know”
Classical

Ode auf eine griechische Urne (German)

Liebkeusche Braut der steten Stille du,
Du Pflegekind von Tag und Tag und Schweigen!
Welch blumiges Waldgeschichtchen schilderst du –
Und sagst es süßer als ein Reimereigen?
Welch blattumrankte Mär umstreicht dein Rund
Von Göttern oder Menschen oder beiden
In Tempe oder in Arkadiens Hängen?
Wer sind sie, die an Mädchenangst sich weiden?
Was jagt so toll? Was ringt und flieht so bunt?
Welch Flötenlied? Welch lustberauschtes Drängen?

Gehörtes Lied ist süß, doch süßer ist
Ein ungehörtes: sanfte Flöte, weiter!
O wie du, klanglos, mehr als köstlich bist,
Du geisterhaft-lautlosen Lieds Begleiter!
Nie kannst du, Jugend, lassen von dem Sang,
Wie nie die Bäume hier ihr Laub verlieren;
Du keck Verliebter, nie, nie kannst du küssen,
So nah du auch dem Ziel – doch sei nicht bang:
Nie welkt sie! Wirst du auch entbehren müssen,
Wird Liebe dich und Schönheit sie stets zieren.

 Glücklicher Baum in ewiger Frühlingszeit,

Nie sinken deiner Zweige Blätter nieder.
Glücklicher Sänger, ohne Müdigkeit
Für immer flötend immer neue Lieder!
Und Liebe, Liebe, voll von größerem Glück:
Für immer heiß und der Erfüllung harrend,
Du immer jagende, du immer junge!
Wie steht vor dir lebendige Gier zurück,
Die Herzen satt macht, im Genuß erstarrend,
Die Hirn erhitzt und dürr versengt die Zunge!

Und wer sind diese mit dem Priester hier
Und jener Färse? Welcher Gottheit danken
Im Grünen sie mit schönstem Opfertier,
Dem Kränze blühen um die seidnen Flanken?
Welch kleine Stadt an Fluß, in Bergeshain,
An Seestrand, Stadt mit Burg zu Wehr und Frieden.
Steht diesen frommen Tag mit leeren Gassen?
Du kleine Stadt wirst ewig stumm nun sein,
Denn keinem wird die Heimkehr je beschieden,
Dir kundzutun, warum du so verlassen.

O attische Form, so schön wie nie erschaut,
Um die sich marmorn Mann und Mädchen ranken,
Mit vollen Zweigen und zertretnem Kraut,
Schweigende Form! du rufst in uns Gedanken,
Wie Ewigkeit es tut: kalt Schäferspiel!
Sind wir mit unserm Leid dahin, so findest
Du andres Leid und wirst in Kümmernissen
Den Menschen trösten, dem du dies verkündest:
»Schönheit ist Wahrheit, Wahr ist Schön!« – Nicht viel,
Nur dies weißt du – und brauchst nicht mehr zu wissen.

I am very much endebted to the following website where I hope readers will find much of interest:-
http://www.babelmatrix.org/works/en/Keats,_John-1795/Ode_on_a_Grecian_Urn/de/4712-Ode_auf_eine_griechische_Urne
 
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“What’s bad” and a “Cretan Vase”; Two poems by Gottfried Benn

Was schlimm ist*1886-1956+Schriftsteller, Arzt, DPortr„t mit ZigaretteFoto: Fritz Eschen

Wenn man kein Englisch kann,
von einem guten englischen Kriminalroman zu hören,
der nicht ins Deutsche übersetzt ist.

Bei Hitze ein Bier sehn,
das man nicht bezahlen kann.

Einen neuen Gedanken haben,
den man nicht in einem Hölderlinvers einwickeln kann,
wie es die Professoren tun.

Nachts auf Reisen Wellen schlagen hören
und sich sagen, daß sie das immer tun.

Sehr schlimm: eingeladen sein,
wenn zu Hause die Räume stiller,
der Café besser
und keine Unterhaltung nötig ist.

Am schlimmsten:
nicht im Sommer sterben,
wenn alles hell ist
und die Erde für Spaten leicht.

 

Die jemanden zum Schreiben inspiriert:- http://forum.thailand-tip.com/index.php?topic=3684.0;wap2

Was schlimm ist

Wir sind ja so gefordert in Thailand.
Was ist denn wirklich schlimm?
Die Immigration,
die Bargirls,
die Potenzpillen,
das Brautgeld,
die Korruption,
die Roten,
die Gelben,
die Geschichten aus Hinterindien?GB

 

 

 

 

                                                                       

                                                                     

                                                                      KRETISCHE VASEGottfried Benn

http://books.google.co.uk/books?id=32yURfFuCr4C&pg=PA100&lpg=PA100&dq=Benn+-Cretan+Vase+Gottfried&source=bl&ots=a4YeE6rJ_0&sig=WOCGP_S3mmovP3

Cretan Vase

You, your lips full of the perfume of wine,

Blue enclosure of clay

And sound,

Band of roses round the draught of Myceanean light,

Useless vessel,

Longing for thirst to be stilled,

Far diffused.

 

Slackenings,

Free-birth is accomplished.

Shining loosely beasts,

Rocks, bright unpurposed things:

Strips of violets, lukewarm skulls like flowers

Or blood on meadows.

 

Wave against torpor and forehead,

Burner of deep bacchanalia against the stigmata of annihilation:

Young growth and conscious brain,

Wash away, dust away-

Boy’s hands, athletes limbs,

Embraced by space,

Stand you on jug and slope,

When with fish-head, onions, flutes

Leda-festivals turn rose-red coupling,

Plane, decline.

Translation as provided in Penguin Poets

Twentieth Century Verse

Edited by Patrick Bridgwater

 

 

GB1

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Noch mehr über Die Tochter des Kaisers von China

Die Tochter des Kaisers von China

 
Die Tochter des Kaisers von China
die tät mich niemals lieben,
hängt ich auch meine Schellenkappe an
ihren Mukatnußbaum.
Statt Orangen und Zitronen
die Sterne in lichtblauer Luft
(ich stahl sie längst mein Schatz)
hingen baumelnd dort.
Der Mond tat mir geben ein Silber,
die Sonne tat mir geben Gold,
und beide zusammen bliesen sacht
und machten die Porridge mir kalt;
doch die Tochter des Kaisers von China
tat so, als säh sie’s nicht,
wenn ich hängt meine Schellenkappe an
ihren Muskatnußbaum
Edith Sitwell
(übersetzt durch Ute und Werner Knoedgen)
Moderne englische Lyrik -ISBN 3-15-009826-2
Das Ambiente dieses Gedicht fühlt sich abgelenkt und noch die Bilder hat eine magische Kraft. Den Rhythmus und die Alliteration scheinen gut in diese Übersetzung arbeiten.
Schellenkappe  bilder.malopho.de
Schellenkappe
bilder.malopho.de
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Frag mich nicht-Zarah Leander

– Frag´ mich nicht, ob ich Dich liebe (tango)
Musik: Ludwig Schmidseder, Text: Hans Fritz Beckmann, Dirigent: Freddy Alberti can be seen at www.youtube.com/watch?v=weF_0QScy5c

ZL1

Frag’ mich nicht,

Ob ich dich liebe

Frag’ mich nicht,

Denn was heute Wahrheit ist,

kann morgen Lüge sein.

Heut’ ist heut’

musst du dir denken.

Heut’ ist heut’,

denn das was Morgen ist,

ob du noch glücklich bist,

das weiß nur Gott allein.

Morgen schon,

könnt ich mein Herz einem anderen schenken.

Morgen schon,

will ich vielleicht schon gar nicht mehr an dich denken.

Drum bitt’ ich dich,

frag’ mich nicht,

ob ich dich liebe.

Frag’ mich nicht,

Denn was heute Wahrheit ist,

kann morgen Lüge sein.

Nur in den Märchen

Gibt es Glück für alle Zeit.

Nur in den Märchen

Hält die Seligkeit bleibt man zu zweit.

Frag’ mich nicht,

ob ich dich liebe.

Frag’ mich nicht,

Denn was heute Wahrheit ist,

kann morgen Lüge sein.

Heut’ ist heut’

musst du dir denken.

Heut’ ist heut’,

denn das was morgen ist,

ob du noch glücklich bist,

das weiß nur Gott allein.

Morgen schon

könnt ich mein Herz einem anderen schenken.

Morgen schon

will ich vielleicht gar nicht mehr an dich denken.

Drum bitt’ ich dich,

frag mich nicht,

ob ich dich liebe.

Frag’ mich nicht,

Denn was heute Wahrheit ist,

kann morgen Lüge sein.

This song also reminds me of Carole King’s similar but related feelings as  expressed at www.youtube.com/watch?v=m8KlYc0xG80 with “Will you still love me tomorrow?”

Zarah Leander was a highly controversial figure as can be seen by reading the article at http://en.wikipedia.org/wiki/Zarah_Leander

 

ZL2

 

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September-Lied – (September Song)

September-Lied
(September Song)

Als ich als junger Mann den Mädchen den Hof machte
Spielte ich ein Wartespiel
Wenn ein Mädchen mit wallenden Locken mich zurückwieß
Ließ ich die alte Erde ein paar Umdrehungen machen

Während ich sie mit Tränen anstatt Perlen bearbeitete
Und mit der Zeit kam sie zu mir
Mit der Zeit kam sie

Wenn du dich mit den jungen Mädchen im Frühling triffst
Machst du ihnen mit Liedern und Reimen den Hof
Sie antworten dir mit Worten und einem Kleeblatt-Ring
Aber wenn du die Dinge, die sie bringen, unter die Lupe nimmst

Haben sie wenig zu bieten, außer der Lieder, die sie singen
Und reichlich verschwendeter Zeit
Reichlich verschwendeter Zeit

Oh, es ist eine lange, lange Zeit
von Mai bis Dezember
Aber die Tagen werden kürzer
Wenn der September eintrifft

Wenn das Herbstwetter
Die Blätter rötlich färbt
Bleibt keine Zeit
für das Wartespiel

Oh, die Tage schwinden
Zu wenigen zusammen
September, November

Und diese wenigen kostbaren Tage
Werde ich mit dir verbringen
Diese kostbaren Tage
Werde ich mit dir verbringen

Übersetzung: Marc Rothballer für Sinatra

Das vielleicht schönste Lied aus Andersons und Weills „Knickerbocker Holiday“ ist der „September Song“, der bei der Erstaufführung von Walter Houston interpretiert wurde, und der auf Wunsch von Alexej unser neues Wochenthema sein soll.

Two nice interpretations on You Tube are:-

and with Lotte Lenya at

and Django Reinhardt at

and even more Lotte Lenya -Macky Messer

 

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Heinrich Heine -Du bist wie eine Blume

Heine

 

 

 

 

 

Du bist wie eine Blume
So hold und schön und rein;
Ich schau’ dich an,
Und Wehmut schleicht mir ins Herz hinein.
Mir ist, als ob ich die Hände
Aufs Haupt dir legen sollt’,
Betend, daß Gott dich erhalte
So rein und schön und hold,
Betend, daß Gott dich erhalte
So rein und schön und hold.

Heine2

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Die Stunde zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit;Blaue Stunde -Gottfried Benn

Blaue Stunde

I
Ich trete in die dunkelblaue Stunde –
da ist der Flur, die Kette schließt sich zu
und nun im Raum ein Rot auf einem Munde
und eine Schale später Rosen – Du!

Wir wissen beide, jene Worte,
die jeder oft zu anderen sprach und trug,
sind zwischen uns wie nichts und fehl am Orte:
dies ist das Ganze und der letzte Zug.

Das Schweigende ist so weit fortgeschritten
und füllt den Raum und denkt sich selber zu
die Stunde – nichts gehofft und nichts gelitten –
mit ihrer Schale später Rosen – Du.

II
Dein Haupt verfließt, ist weiß und will sich hüten,
indessen sammelt sich auf deinem Mund;
die ganze Lust, der Purpur und die Blüten
aus deinem angestammten Ahnengrund.

Du bist so weiß, man denkt, du wirst zerfallen
vor lauter Schnee, vor lauter Blütenlos,
totweiße Rosen, Glied für Glied – Korallen
nur auf den Lippen, schwer und wundengroß.

Du bist so weich, du gibst von etwas Kunde,
von einem Glück aus Sinken und Gefahr
in einer blauen, dunkelblauen Stunde
und wenn sie ging, weiß keiner, ob sie war.

III
Ich frage dich, du bist doch eines andern,
was trägst du mir die späten Rosen zu?
Du sagst, die Träume gehn, die Stunden wandern,
was ist das alles: er und ich und du?

«Was sich erhebt, das will auch wieder enden,
was sich erlebt – wer weiß denn das genau,
die Kette schließt, man schweigt in diesen Wänden
und dort die Weite, hoch und dunkelblau.»

blaue

 

This very lovely poem appears in the useful collection “The Faber Book of 20th Century German Poems” where it has been translated by Michael Hofmann:-

 

 

Blue Hour

I

I enter the deep blue hour-

here is the landing, the chain shuts behind

and now in the room only carmine on a mouth

and a bowl of late roses-you!

 

We both know, those words

we both spoke and often offered others

are of no account and out of place between us:

this is everything and endgame.

 

Silence has advanced so far

it fills the room and seals it shut

the hour-nothing hoped and nothing suffered-

with its bowl of late roses-you.

II

Your face blurs, is white and fragile,

meanwhile there collects on your mouth

all of desire, the purple and the blossoms

from some ancestral flotsam stock.

 

You are so pale, I think you might disintegrate

in a snowdrift, in unblooming

deathly white roses, one by one-coral

only your lips, heavy and like a wound.

 

You are so soft, you portend something

of happiness, of submersion and danger

in a blue, a deep blue hour

and when it is gone, no one knows if it was.

III

I remind you, you are another’s,

what are you doing bearing me these late roses?

You say dreams bleach, hours wander.

what is all this: he and I and you?

 

‘What arises and arouses, it all comes to an end,

what happens- who exactly knows,

the chain falls shut, we are silent in these walls,

and outside is all of space, lofty and dark blue.’

Die blaue Stunde (L’heure bleue), 1890; Öl auf Leinwand. Leihgeber: Museum der bildenden Künste Leipzig.
Die blaue Stunde (L’heure bleue), 1890; Öl auf Leinwand. Leihgeber: Museum der bildenden Künste Leipzig.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

There is an interesting analysis of this poem by the Italian translator and scholar, Stefanie Golisch at http://www.fixpoetry.com/feuilleton/lesarten/gottfried-benn/blaue-stunde/ingeborg-bachmann/die-blaue-stunde

A new translation of Benn’s poems by Michael Hofmann called “Impromtus” is reviewed at http://www.theguardian.com/books/2014/jan/31/impromptu-selected-poems-gottfried-benn-review

 

There is also a You Tube reading at https://www.youtube.com/watch?v=RAs1t3evQW4

 

 

 

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Book Reviews Literature Poetry

Naming The Tree-Simon Richey-A Review by Roland Gurney

simon-richey-150x150

Before

Somewhere
the meaning of a word,

before it becomes a word,
waits in the silence. It is as if

it has come as far as it can go
without being uttered. In a moment

it will change from one thing
into another, or its meaning

will tremble into a word,
into something barely familiar,

finding itself spoken,
finding itself understood.

Simon Richey

naming-the-tree

Here is a review of Richley’s collection by my friend and poet Roland Gurney:-

Naming The Tree-Simon Richey-Overstep Books-48pp paperback £8

 

This first collection from a London-based writer(published in reputable magazines such as Magma,Acumen  & Poetry Review) has mostly rural or

existential themes and curiously little sense of city life. Prose poem sequences

such as the title piece, a thirteen section on Fire and a ten section meditation on the nocturnal activities of the author’s cats  loom large. This is ‘free verse’, devoid of much imagery, music, structure or rhythm- example ‘And because there was no word anymore, no sound in which/its meaning could be carried/the meaning had nowhere to go,’ rather thoughts on themes such as The Word(opening) and the Book(closing). This is poetic minimalism, much in vogue and going back to stateside influences such as WC Williams(the 6 liner The Red Wheelbarrow), Wallace Stevens  and the Beats via TS Eliot’s The Wasteland and a host of contemporary imitators.

 

As such it will hopefully give pleasure to some but cannot be rated good value for money as some pages only have 6-9 lines on them. For not much more one can buy a 500 page Bloodaxe anthology of exceptional quality and offering a whole range of poetic experiences!

 

Roland Gurney.

The reviewer is an award-winning and much-published poet based at

Mulfra, Newmill just outside Penzance.

Oversteps Books are to be found at http://www.overstepsbooks.com/events/2653/

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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The Distant Flutes by Li Tai Pe

Die ferne FlöteFl4

Abend atmete aus Blumenblüten,
Als im fernen Winde wer die Flöte blies.
Laßt mich eine Gerte von den Zweigen brechen,
Flöte schnitzen und wie jene Flöte tun.

Wenn die Nächte nun
Ihren Schlaf behüten,
Hören Vögel, wie zwei Flöten süß
Ihre Sprache sprechen.

(Li-tai-pe)

(Alfred Henschke) Klabund
Aus der Sammlung Chinesische Gedichte

Fl3

 

 

 

The Distant Flutes by Li Tai Pe -a free translation

 

The evening is seeped in the heavy scent of rose blossom

As the distant winds catch the notes of flutes.

Let me carve a such a  flute myself

from this overhanging branch

 

May the night guard you

as you sleep,

Lulled listening to the birds, as two sweet melancholy

flutes whisper to you in your own secret language.

Fl

 

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The Porcelain Pavilion by Li-Tai-Pe

Der Pavillon von Porzellan

(Nachtdichtungen von Klabund)

Pav2

 

 

 

 

 

 

In dem künstlich angelegten Teiche
Auf der Insel steht der Pavillon von grün und weißem Porzellan.
Man gelangt in seine gläsernen Bereiche
Über eines weißen Tigers Rücken, der sich hier als Brücke aufgetan.

Dort sitzen Freunde froh beim Weine. Licht
Ist der Gewänder Farbe, die sich nicht im Staub der Wochentage placken.
Die Freunde plaudern oder schweigen heiter. Einer schreibt ein Gedicht,
Streift die Ärmel zurück und wirft das Haupt in den Nacken.

Sieh: in dem Teich, in dem die Jadebrücke, in den Wellen leise wehend,
Sich wie ein Halbmond wölbt, der Freunde trunknen Wahn!
Die Kleider zitternd! Auf dem Kopfe stehend
In einem Pavillon von Porzellan!

Li-tai-pe

Pav3

 

 

 

 

 

 

 

 

A free translation of this, is as follows:-

The Porcelain Pavilion

A white and green pavilion made out of porcelain

depicts beautifully elaborate pools.

See how these glassy dominions spring from

the white back of a tiger

that here, serves as a bridge.

 

On one side the company enjoy their wine. The colour

of their garments radiates as white.

These are not grimy from their daily labours.

The friends chat or just sink into a cheerful silence.

One writes a poem

as another stretches up his arm and scratches

the back of his neck.

 

See just how above the pools and the jade bridge

and the gently plashing waves,

how the curving crescent of the moon arches

over the drunken folly of these friends.

Their very clothes seem to shiver as one man stands on his head

in this pavilion made from porcelain.