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German Matters Literature Poetry

September-Hermann Hesse

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September

Der Garten trauert,
kühl sinkt in die Blumen der Regen.
Der Sommer schauert
still seinem Ende entgegen.

Golden tropft Blatt um Blatt
nieder vom hohen Akazienbaum.
Sommer lächelt erstaunt und matt
in den sterbenden Gartentraum.

Lange noch bei den Rosen
bleibt er stehn, seht sich nach Ruh.
Langsam tut er die großen,
müdgewordenen Augen zu.

(Hermann Hesse, 1927)

The part of this poem which interests me, as I seek to improve my German, is at the end of the 2nd verse. “Sommer lächelt erstaunt und matt” –erstaunt suggests amazement but carries the feeling of marvelling as well. It has the feeling perhaps of being suddenly halted or cut short. matt can mean faint, soft and even languid. Gartenraum is simply within the space of the garden and of course nicely rhymes with Akazienbaum. I am completely taken with müdgewordenen and finishes the poem sweetly.

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Art and Photographic History German Matters Poetry

Kopfkino from Shakespeare

Weary with toil, I haste me to my bed,
The dear repose for limbs with travel tired;
But then begins a journey in my head,
To work my mind, when body’s work’s expired:
For then my thoughts (from far where I abide)
Intend a zealous pilgrimage to thee,
And keep my drooping eyelids open wide,
Looking on darkness which the blind do see:
Save that my soul’s imaginary sight
Presents thy shadow to my sightless view,
Which, like a jewel hung in ghastly night,
Makes black night beauteous and her old face new.
Lo, thus, by day my limbs, by night my mind,
For thee, and for myself, no quiet find.

From Max Radler, Radio Listener, 1930
From Max Radler, Radio Listener, 1930

One translation of which into German is:-

Sonett 27

Von Müh’n erschöpft such’ ich mein Lager auf,
Die holde Ruhstatt reisemüder Glieder,
Doch dann beginnt in meinem Kopf ein Lauf,
Wach wird der Geist, sinkt schwach der Leib danieder.

Denn sehnsuchtsvoll sucht mein Gedanke Dich
Aus weiter Fern’ auf frommer Pilgerfahrt.
Die müden Augenlider öffnen sich
Und sehn nur, was der Blinde auch gewahrt.

Nur daß der Seele einbildsame Macht
Dem innern Auge Deinen Schatten beut,
Der wie ein strahlendes Juwel die Nacht
Verschönert und ihr alt Gesicht erneut:

So daß um Deinethalb am Tag die Ruh
Die Glieder flieht und Nachts den Geist dazu.

Übersetzt von Friedrich Bodenstedt (1866)

Kopfkino

and from another source http://gutenberg.spiegel.de/buch/sonette-2186/27 we have:-

Erschöpft werf’ ich mich auf mein Lager nieder
Zur Rast, die wohl nach langer Reise tut,
Doch dann beginnt in meinem Haupte wieder
Die Wanderschaft, ob auch der Körper ruht.
Zu dir gehn die Gedanken dann zurück
Von hinnen auf der Sehnsucht Pilgerfahrt,
Sie halten offen meinen müden Blick,
Der, wie der Blinde, Dunkel rings gewahrt;
Nur daß der Blick der traumbeschwingten Seele
Dein Bild vor meines Geistes Auge stellt,
Das in dem Graun gleich flammendem Juwele
Die Nacht verschönt und jugendfroh erhellt.
So wird um dich und mich, vom Schlaf gemieden,
Am Tag dem Leib, der Seele nachts kein Frieden.

For more information on the fascinating Max Radler go to https://prezi.com/w5qlyzsd6z7y/max-radler-radio-listener-1930/


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German Matters Poetry

Selahattin Batu-türkischer Dichter

 

DU20150725_144639
Du – das weiß ich – bist die Stille hier,
Du tratst ein, und nun, ich lausche dir.
Niemand ist im Haus; alleine du .
Selbst dein Atem ist mein Atem nur,
Oh Verströmer, Warten, Sehnsuchtspein:
Du, wie ich, so unsagbar allein,
In der Flöte deiner Stimme Spur
Blick mit meinem Aug, mir: zugewandt,
Weich liegt meine Hand in deiner Hand,
Deine Stimme meines Rausches schwer.
Nur noch du bestehst. Ich bin nicht mehr.

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German Matters Penwith Poetry

Baby, es regnet doch

Evelyn: Ich muss jetzt nach Haus‘
Bully: Baby, es regnet doch
Evelyn: Komm, lass mich hinaus
Bully: Aber, Baby, es regnet doch
Evelyn: Der Abend war schön
Bully: Drum sollst du noch lang‘ nicht geh’n
Evelyn: Ganz wunderbar
Bully: Du läufst im Regen nur Gefahr

Evely: Die Mutter wird sich schon sorgen
Bully; Das gibt sich schon bis morgen
Evelyn: Mein Vater regt sich auf, nicht zu knapp
Bully: Später regt er sich wieder ab
Evelyn: Ich war doch schon hier drei Stunden
Bully: Mir scheint nur drei Sekunden
Evelyn: Ich trinke noch ein letztes Glas Wein
Bully: Muss es denn das letzte Glas sein

Evelyn: Die Nachbarn im Haus
Bully: Ach Baby es hagelt bald
Eyelyn: Die schau’n nach mir aus
Bully: Dafür ist es viel zu kalt
Evelyn: Ich fühl’ mich ganz warm
Bully: Bestimmt nur in meinem Arm
Evelyn: Und wenn es schneit
Bully: Doch nicht um diese Jahreszeit
Evelyn: Ich sollte schon längst nicht mehr hier sein
Bully: Immer sollst du bei mir sein
Evelyn: Warum schaust du so zärtlich mich an
Bully: Weil ich einfach nicht anders kann
Evely: Jetzt hab’ ich schon Angst
Beide: Jetz hab‘ ich schon Angst,
was du verlangst von mir.

Evelyn; Jetzt ist es genug
Bully: Baby, noch lange nicht
Evelyn: Schau, sei doch mal klug
Bully: Baby, die Liebe spricht
Evelyn: Die Liebe macht blind
Bully: Das ist mir egal, mein Kind
Evelyn: Sei doch gescheit
Bully: Aber dafür hab’ ich im Alter Zeit
Evelyn: Was meine Schwester wohl denkt von uns beiden
Bully: Die kann uns doch nur beneiden
Evelyn: Mein Bruder nimmt bestimmt von uns an
Bully: Weißt du was Dein Bruder mich kann
Evely: Die Mädchen im Haus die schwätzeln
Bully; Lass doch die Ziegen hetzen
Evelyn: Auf jeden Fall wird das ein Skandal
Bully: Dann ist doch schon alles egal

Evelyn: Ich muss jetzt nach Haus‘
Bully: Baby es stürmt und blitzt
Evelyn: Egal, ich muss raus
Bully: Wie süß deine Bluse sitzt
Evelyn: Du, ich flieg’ zu Haus raus
Bully: Warum gehst du denn erst nach Haus
Evelyn: Für alle Zeit
Bully: Ich liebe dich in diesem Kleid
Evelyn: Das kommt davon, wenn ich trinke
Bully: Lass doch die Lippenschminke
Evelyn: Die Straßenbahn wird schon lang‘ nicht mehr geh’n
Bully: Wer könnte dir wiedersteh‘n
Evelyn: Jetzt ist‘s mir egal
Beide: Jetzt ist‘s mir egal,
küsse mich tausend Mal.
Bully: Aber Baby, es
Evelyn: Jaaa

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German Matters Poetry

Das rote Zimmer -Li-TaiPe (von Klabund)

Es stampft mein Pferd. Der Blütenregen rauscht;
Und Blütenzweige streifen wolkig meine Wange.
Es kriecht der Fluß wie eine braune Schlange,
Auf der ein Segel sich wie eine Wespe bauscht.

Ein Mädchen lächelt. Bambusvorhang hebt
Sich unter ihrer Finger Mondenschimmer.
Und aus der Tiefe stürzt und lockt und schwebt
Ein dunkelrotes, ein ersehntes Zimmer –

Winkt mir, errötend, meines Mädchens Zimmer.

RR

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German Matters Literature Poetry

‘August’ by Eric Kästner

Der August
Erich KästnerKae1

Nun hebt das Jahr die Sense hoch
und mäht die Sommertage wie ein Bauer.
Wer sät, muss mähen.
Und wer mäht, muss säen.
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.

Stockrosen stehen hinterm Zaun
in ihren alten, brüchigseidnen Trachten.
Die Sonnenblumen, üppig, blond und braun,
mit Schleiern vorm Gesicht, schaun aus wie Frau’n,
die eine Reise in die Hauptstadt machten.

Wann reisten sie? Bei Tage kaum.
Stets leuchteten sie golden am Stakete.
Wann reisten sie? Vielleicht im Traum?
Nachts, als der Duft vom Lindenbaum
an ihnen abschiedssüß vorüberwehte?

In Büchern liest man groß und breit,
selbst das Unendliche sei nicht unendlich.
Man dreht und wendet Raum und Zeit.
Man ist gescheiter als gescheit, –
das Unverständliche bleibt unverständlich.

Ein Erntewagen schwankt durchs Feld.
Im Garten riecht’s nach Minze und Kamille.
Man sieht die Hitze. Und man hört die Stille.
Wie klein ist heut die ganze Welt!
Wie groß und grenzenlos ist die Idylle …

Nichts bleibt, mein Herz. Bald sagt der Tag Gutnacht.
Sternschnuppen fallen dann, silbern und sacht,
ins Irgendwo, wie Tränen ohne Trauer.
Dann wünsche Deinen Wunsch, doch gib gut acht!
Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer.Kae4
 
 
Now, the year the Sense picks her up
and mows the summer days as a farmer.
 He who sows, must mow.
 And who mows must sow.
 Nothing remains, my heart.
 And everything is permanent.
Hollyhocks stand behind the fence
in their old, slender thread costumes.
The sunflowers, lush, blonde and brown
with veiled faces looking like ladies
making a trip to the County town

When did they travel? In a few days
They always shone golden in the stockades.
When did they travel? Maybe in a dream?
At night, as the scent of linden tree
blew sweet farewells over them?

In books it is clearly stated,
even the infinite is not infinite.
It twists and turns space and time.
It is cleverer than clever -and
the incomprehensible is incomprehensible.

A harvest wagon rumbles across the field.
And the garden smells of mint and chamomile.
One even sees the heat. And you can hear the silence.
How small the world appears today!
How great and boundless and idyllic …

Nothing remains, dear heart. Soon the day good night says.
meteors fall then, silver and gently,
into somewhere, like tears without sadness.
Then wish your wish, but pay close attention!
Nothing remains, my heart. And everything is permanent.

 

Kae3

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Rilke- Liebeslied

Liebes-Lied

Violin1

Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

Aus: Neue Gedichte (1907)

 

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Über die Bezeichnung Emigranten-Brecht (1937)

Über die Bezeichnung Emigranten

Maurycy Minkowski "The Family"1927
Maurycy Minkowski “The Family”1927

Immer fand ich den Namen falsch, den man uns gab:
Emigranten.
Das heißt doch Auswandrer. Aber wir
Wanderten doch nicht aus, nach freiem Entschluss
Wählend ein andres Land. Wanderten wir doch auch nicht
Ein in ein Land, dort zu bleiben, womöglich für immer
Sondern wir flohen. Vertriebene sind wir, Verbannte.
Und kein Heim, ein Exil soll das Land sein, das uns da
aufnahm

Unruhig sitzen wir so, möglichst nahe den Grenzen
Wartend des Tags der Rückkehr, jede kleinste Veränderung
Jenseits der Grenze beobachtend, jeden Ankömmling
Eifrig befragend, nichts vergessend und nichts aufgebend
Und auch verzeihend nichts, was geschah, nichts verzeihend.
Ach, die Stille der Sunde täuscht uns nicht! Wir hören die
Schreie
Aus ihren Lagern bis hierher. Sind wir doch selber
Fast wie Gerüchte von Untaten, die da entkamen
Über die Grenzen. Jeder von uns
Der mit zerrissenen Schuhn durch die Menge geht
Zeugt von der Schande, die jetzt unser Land befleckt.
Aber keiner von uns
Wird hier bleiben. Das letzte Wort
Ist noch nicht gesprochen.

By Marlene Dumas
By Marlene Dumas

At present there is much discussion over emigration/immigration and this rather beautiful poem was written by Brecht upon his partial escape from the Nazis in 1937 into Denmark. He states that, he always finds the name emigrant a false term as it is not through free will that he is forced to escape but for survival. This might remind us too that many journeys are made out of necessity; choice does not come into the matter. “Vertriebene sind wir”- we are in fact expelled! In such a state, people are innocent and eager to ask each new arrival across the border and question each new arrival coming across the border. The overbearing silence of an authoritarian regime does not hide, “Wir hören die Schreie” the cries of pain from the lost homeland. As we pass dressed in rags and  tatters through the crowds, testifies to the disgrace that stains our land right now. However, it appears that the poem ends with hope- “Das letzte Wort
Ist noch nicht gesprochen.” -the last word is yet to be spoken. Tyranny will be defeated.

The poem is thoroughly and clearly analysed  in German –

Weitere Informationen, Links und Buchtipps findet Ihr auf unserem Blog:
http://deutschstundeonline.blogspot.com/

 

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German Matters Literature Poetry

Crossing the Water by Sylvia Plath (Übers Wasser)

SylviaBlack lake, black boat, two black, cut-paper people.
Where do the black trees go that drink here?
Their shadows must cover Canada.

A little light is filtering from the water flowers.
Their leaves do not wish us to hurry:
They are round and flat and full of dark advice.

Cold worlds shake from the oar.
The spirit of blackness is in us, it is in the fishes.
A snag is lifting a valedictory, pale hand;

Stars open among the lilies.
Are you not blinded by such expressionless sirens?
This is the silence of astounded souls.

Now available in German see http://www.welt.de/print/die_welt/literatur/article123763734/Fuehrt-kein-Weg-aus-dem-Kopf-heraus.htmlsylvia-plath

Übers Wasser

Schwarzer See, schwarzes Boot, zwei schwarze

Scherenschnitt-Menschen.

Wohin führen die schwarzen Bäume, die hier trinken?

Ihre Schatten müssen ganz Kanada bedecken.

Ein wenig Licht filtert sich aus den Wasserpflanzen.

Ihre Blätter fordern uns nicht zur Eile auf.

Sie sind rund und flach und voll dunklen Rats.

Kalte Welten zittern vom Ruder.

Der Geist der Schwärze ist in uns, er ist in den Fischen.

Ein Baumstumpf hebt Abschied nehmend die blasse Hand.

Sterne öffnen sich zwischen den Seerosen.

Bist du nicht geblendet von solch tonlosen Sirenen?

Dies ist die Stille erstaunter Seelen.

Les Champignons” [“Mushrooms” (1959) – nouvelle traduction en français]

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Literature Poetry

Flair by Elaine Feinstein

From yesterday’s Guardian Review (11th April) at http://www.theguardian.com/books/2015/apr/11/the-saturday-poem-flair-by-elaine-feinstein

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That whole wet summer, I listened to Louis Armstrong.
Imagined him arriving in New York after Funky Butt
dance halls, wearing hick clothes: those
high-top shoes with hooks, and long
underwear down to his socks.

Thought of him shy in a slick, new band, locked
for two weeks reading the part he was set,
until the night when Bailey on clarinet
took over an old song. Then Louis’ horn
rose in harsh, elated notes,

phrases he’d invented on riverboats
and ratty blues tonks, using all the sinews
of his face and muscle of his tongue.
And what delights me now
is when he grinned to thank

the crowd that stood to clap, he saw
slyly from the corner of his eye
all the stingy players in the band
were sitting motionless, their tribute
only an astonished sigh.

Elaine Feinstein
Elaine Feinstein

From Portraits (Carcanet, £9.99). To order a copy for £7.99 go tobookshop.theguardian.com or call Guardian book service on 0330 333 6846.

Also see at The Guardian http://www.theguardian.com/books/2010/sep/25/cities-elaine-feinstein-ruth-padel