Das rote Zimmer -Li-TaiPe (von Klabund)

Es stampft mein Pferd. Der Blütenregen rauscht;
Und Blütenzweige streifen wolkig meine Wange.
Es kriecht der Fluß wie eine braune Schlange,
Auf der ein Segel sich wie eine Wespe bauscht.

Ein Mädchen lächelt. Bambusvorhang hebt
Sich unter ihrer Finger Mondenschimmer.
Und aus der Tiefe stürzt und lockt und schwebt
Ein dunkelrotes, ein ersehntes Zimmer –

Winkt mir, errötend, meines Mädchens Zimmer.

RR

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The White Rose and the Red by Li-Tai-Pe

Die weiße und die rote Rose                                   Emb3

Während ich mich über meine Stickerei am Fenster bückte,
Stach mich meine Nadel in den Daumen. Weiße Rose,
Die ich stickte,
Wurde rote Rose.

In der kriegerischen Weite bei des Vaterlandes Söhnen
Weilt mein Freund, vergießt vielleicht sein Blut.
Rossehufe hör ich dröhnen.
Ists sein Pferd? Es ist mein Herz, das wie ein Fohlen tut.

Tränen fallen mir aus meinen Blicken
Übern Rahmen in die Stickerein.
Und ich will die Tränen in die Seide sticken,
Und sie sollen weiße Perlen sein.

Emb4

Bending down over my embroidery at the window,

I stick the needle into my thumb.

The white rose that I was stitching,

became red.

Through the vast martial expanses, the sons of our native land,

Steady my friend, perhaps they are shedding their blood.

Pounding steeds I hear thundering,

Is that his horse? No it is my heart

That beats like a foal.

Tears drop from my eyes

Over the embroidery frame.

And I shall stitch these tears in with the silk

And they shall become white pearls.

Li-Tai-Pe Der ewige Rausch

Li-Tai-Pe

Der ewige Rausch
Herr, vom Himmel nieder in das Meer,
Rast der groß gelbe Strom in betäubendem Schwung.
Keine Welle weiß von einer Wiederkehr.
Herr, den Spiegel her; dein Schadel ist alt- nur deine
                                       Sefzer sind jung,,,,,,,,,
Noch am Morgen gläntzen dein Haare wie schwarze
                                         Seide
Abend hat schon Schnee auf sie getan,
Wer nicht will, daß er lebendigen Leibes sterbend leide,
Schwinge den Becher und fordre den Mond als Kumpan.
Schmeiß die Taler zum Fenster hinaus, es wird sie schon
                                                    wer zusammenschippen.
Im Schlafe fällt kein Vogel aus dem Nest.
Heute will ich auf einen  Hieb dreihundert Becher kippen!
Schlactet den Hammel und sauft und freßt!
Glockenton am Morgen, Trommel in Krieg, Reis im
                                        Haus sind entbehrlich-
Ach,Brüder laßt uns auf einen Rausch, der kein Ende
                                                    nimmt hoffen!
Vergangenheit ist tot. Die zukunft ist ungefährlich.
Unsterblich nur ist Li Tai-pe -wenn er besoffen.
Anyone like to attempt a translation?
Ch2 If your Romanian is up to it-there is more info at http://literaturapopoarelor.blogspot.co.uk/2011/07/literatura-chineza.html
Ch1